Berufsbild Altenpfleger

Altenpfleger/innen obliegt die Unterstützung von hilfsbedürftigen älteren Menschen z.B. bei der Körperpflege, beim Essen, beim Anziehen. Den alten Menschen soll ihre selbstständige Lebensführung so lange wie möglich erhalten werden. Altenpfleger / innen leiten sie, wenn erforderlich, auch zu Bewegungs- und Atemübungen an, wechseln Verbände, führen Spülungen durch und verabreichen nach ärztlicher Ankleidung Medikamente. Sie üben aber auch die tatsächliche Betreuung (im Gegensatz zur rechtlichen Betreuung) und Beratung der älteren Menschen in deren persönlichen und sozialen Angelegenheiten aus, begleiten sie etwa bei Behördengängen und Arztbesuchen, motivieren sie zur Freizeitgestaltung oder organisieren Feiern und Ausflüge. Altenpfleger / innen führen bei der Behandlung und Rehabilitation kranker, pflegebedürftiger sowie behinderter und desorientierter älterer Menschen medizinisch-pflegerische Tätigkeiten durch. Sie arbeiten im Rahmen der ambulanten Pflege mit Familienangehörigen und ehrenamtlichen Helfern zusammen und leiten diese ggf. in der häuslichen Altenpflege an.

Synonyme für die Berufsbezeichnung sind:
- Pflegefachkraft (Altenpflege)
- Pflegekraft (Altenpflege)
- Pflegeperson (Altenpflege)

Die Berufsbezeichnungen in englischer Sprache lauten:
- Carer (m/f) for the elderly,
- Elderly care nurse (m/f),
- Geriatric nurse (m/f) oder
- Nurse (m/f) for the elderly.

Die Berufsbezeichnung in französischer Sprache lautet:
- Infirmier/Infirmière pour personnes âgées

Bei den fremdsprachigen Berufsbezeichnungen handelt es sich lediglich um Übersetzungen der deutschen Berufsbezeichnung; die Berufsinhalte und Abschlüsse sind nicht identisch.

Charakterisierung des Berufsbildes Altenpfleger-in

Die Aufgabe der Altenpfleger/innen ist es, hilfsbedürftige alte Menschen zu pflegen und in tatsächlicher Hinsicht zu betreuen. Ihnen obliegt die Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, sie beraten sie und motivieren sie zu sinnvoller Betätigung und einer Freizeitgestaltung. Sie führen pflegerisch-medizinische Aufgaben durch.

Der Leitsatz vom Alt-Werden in Würde bestimmt die Altenpflege. Die Führung eines weitgehend selbstbestimmten, aktiven Lebens trotz Krankheit oder Behinderung soll den alten Menschen ermöglicht werden - egal ob zu Hause oder in einem Altenheim. Dies macht in vielen Fällen eine Pflege und Betreuung im Sinne einer ganzheitlichen Hilfe durch Altenpfleger/innen notwendig.

Altenpfleger/innen planen den Pflegeprozess nach den individuellen Bedürfnissen der zu betreuenden Menschen. Die ergriffenen Maßnahmen werden dokumentiert und ausgewertet. Diese Schritte dienen dazu, die Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung korrekt auszuführen und auch nachprüfbar festzuhalten. Pflegerische Maßnahmen können sein das Messen von Blutdruck, Temperatur, Puls, das Wechseln von Verbänden, das Verabreichen von Medikamenten, die Flüssigkeitskontrolle sowie das fachgerechte Umbetten von bettlägerigen Personen.

Neben der Behandlung, d.h. Pflege im engeren Sinn, der alten Menschen beobachten Altenpfleger/innen Krankheitsverläufe über einen längeren Zeitraum und versuchen, eigenständige Kompetenzen der zu Pflegenden zu erhalten und zu (re)aktivieren. Das kann auch im Sinne einer Rehabilitation verstanden werden. Solch eine Maßnahme ist z.B. das Bewegungstrainings.

Altenpfleger / innen helfen bei der Körperpflege, beim An- und Ausziehen, beim Essen und Trinken.

Altenpfleger / innen betreuen und beraten im psychosozialen Bereich auf unterschiedliche Art: sie organisieren Feste, Ausflüge und Veranstaltungen selbstständig oder in Zusammenwirken mit den alten Menschen, sie fördern und verbessern zwischenmenschliche Beziehungen, helfen die Kommunikationsfähigkeit alter Menschen untereinander auszubauen. Sie helfen einer Isolation und Vereinsamung der alten Menschen vorzubeugen.

Im Bereich der häuslichen Pflege führen Altenpfleger/innen Familienangehörige in Pflegetechniken ein, wie z.B. das korrektes Lagern und Umbetten und den Gebrauch von Hilfsmitteln. Zur ihrem altenpflegerischen Aufgabenbereich zählt auch das Begleiten Sterbender und das Versorgen Verstorbener.

Der Beruf des / der Altenpfleger/innen in Altenpflegeheimen oder bei ambulanten Pflegediensten erfordert neben einem Interesse an Medizin und einer guten Konstitution vor allem Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, Geduld, Verantwortungsbewusstsein und Achtung vor dem Leben.

Die wesentlichen Tätigkeiten eines / einer Altenpflegers / Altenpflegerin hier noch einmal untereinander aufgelistet:

Eigenverantwortliches und umfassendes Pflegen und Betreuen von alte Menschen in stationären Einrichtungen oder zu Hause - Durchführung der Grundpflege und Hilfe bei den Verrichtungen des täglichen Lebens, etwa bettlägerige Menschen fachgerecht umbetten, Vorbeugungsmaßnahmen gegen Thrombosen treffen, Hilfe bei der Körperpflege, beim An- und Entkleiden, beim Essen und Trinken.
- Aktivierung, d.h. zu regelmäßiger Bewegung anregen, etwa bei Bewegungs- und Atemübungen Anleitung und Hilfe übernehmen, - Zusprache und Ermutigung,

Durchführung von Behandlungspflege nach ärztlicher Verordnung und Hilfe bei der Rehabilitation: - Zusammenstellen und Verabreichen von Medikamenten,
- Durchführung spezieller Pflegemaßnahmen wie z.B. Einläufe, Spülungen und Injektionen,
- Wechseln von Verbände,
- Hautpflege,
- Hilfe bei therapeutischen Maßnahmen, etwa krankengymnastischer Übungen,

Beobachtung des jeweiligen Zustands auf Veränderungen hin,

Dokumentation der Pflegemaßnahmen,

Kooperation mit dem behandelnden Arzt, Vorbereitung der Arztbesuche, Information des Arztes über gesundheitliche und psychische Veränderungen,

Erste-Hilfe in Notfällen leisten

Beratung und tatsächliche Betreuung der alten Menschen in persönlichen und sozialen Angelegenheiten,
- Erhaltung selbstständiger Lebensführung und sinnvoller Gestaltung des Tagesablaufs - Informieren über spezielle Angebote, wie Selbsthilfeeinrichtungen, Tagesstätten, Hilfsdienste wie "Essen auf Rädern",
- Beratung in Fragen der Gesundheitsvorsorge,
- Beratung in schwierigen Lebenssituationen,
- Intervention bei Krisen intervenieren, etwa nach Verlust des Ehepartners,
- Förderung von zwischenmenschlichen Beziehungen durch Gespräche,
- Vorbeugung der Isolation und Vereinsamung,
- Kontakte zu Diensten und Behörden herstellen,
- Begleitung bei Arzt- und Behördengängen oder zur Krankengymnastik oder Sprachheilbehandlung,
- Helfen beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen,

Beratung und Anleitung von Angehörigen
- in der Pflege,
- insbesondere im Bereich der häuslichen Pflege Familienangehörige in Pflegetechniken unterweisen, z.B. im Gebrauch von Hilfsmitteln wie Gehhilfen, Rollstühlen, Spezialbetten, in der Vorbeugung von "Durchliegen" durch Umbetten und

Gebrauch geeigneter Lagerungshilfsmittel,
- durch Angehörigengesprächskreise und -seminare, -schulungen

Unterstützung bei der Freizeitgestaltung und der Pflege sozialer Kontakte
- Hilfestellung, um Kontakte im Umfeld der eigenen Wohnung oder des Heims zu knüpfen und zu pflegen,
- Aufbau oder Erhaltung eines soziales Netzes
- Motivation zur Teilnahme an kulturellen Veranstaltung
- Gestaltung von Festen, Ausflügen und Veranstaltungen, selbstständig oder gemeinsam mit aktiven alten Menschen,
Biografiearbeit: im Einzelgespräch oder in Gesprächsrunden zum Erzählen der eigenen Lebensgeschichte anregen

Sterbende begleiten

Versorgung von Verstorbenen

Verwaltungs- und Organisationsaufgaben
- Abfassen von Berichten
- Abrechnung von Pflegeleistungen