Ausbildung Kinderkrankenpfleger/-in

Kinderkrankenpfleger/-in ist ein eigenständiger Ausbildungsberuf. Die exakte Bezeichnung lautet Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in.

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger-in: Die Zulassungsvoraussetzungen zur Ausbildung

Für die Ausbildung zum / zur Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger-in ist Voraussetzung:

a) Vorbildung

ein mittlerer Bildungsabschluss

oder

bei einem Hauptschulabschluss (oder gleichwertigen Schulbildung), dass die Schüler
- zusätzlich über eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer verfügen oder
- die Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/in besitzen oder
- über eine landesrechtlich geregelte Ausbildung von mindestens einem Jahr in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe erfolgreich abgeschlossen haben.

Eine berufliche Vorbildung ist rechtlich für Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss nicht vorgeschrieben. zu Schülern mit einem Hauptschulabschluss s.o..
Viele Schulen raten aber an, ein pflegerisches Praktikum zu absolvieren, das Einblick in den Arbeitsalltag von Gesundheits- und Krankenpfleger/innen gibt und es ermöglicht, den Berufswunsch zu überprüfen.

b) Mindestalter

Ein Mindestalter vorgeschrieben.

c) Höchstalter

Ein Höchstalter ist rechtliche nicht vorgeschrieben. Von einige Bildungseinrichtungen wurde intern jedoch eine Höchstaltersgrenze festgesetzt. Diese liegen z.B. zwischen 25 und 35 Jahren oder auch bei 40 oder 50 Jahren; dies ist abhängig von der Schule.

d) Auswahlverfahren

Zulassungsbeschränkungen, etwa Wartezeiten oder Losverfahren, gibt es an Kinderkrankenpflegeschulen fast nie. Es wird mittels der schriftlichen Bewerbungsunterlagen und in einem persönlichen Gespräch geprüft, ob eine fachliche und persönliche Eignung gegeben ist. Selten werden auch schriftliche Aufnahmeprüfungen durchgeführt.

Der schulische Leistungsstand kann ausschlaggebend für die Aufnahme sein. Viele Schulen erwarten von ihren Bewerbern einen Zeugnisnotendurchschnitt von mindestens "befriedigend" sein. Andere Schulen dagegen richten ihr Augenmerk auf die Noten in bestimmten Fächern, etwa den naturwissenschaftlichen.
Manche Schulen nehmen auch vorzugsweise Bewerber aus ihrer Region auf.

e) sonstige Ausbildungsvoraussetzungen

Ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs, dass nicht älter als 3 Monate sein darf, muss vor dem Ausbildungsbeginn vorgelegt werden. Konfessionell gebundenen, privaten Kinderkrankenpflegeschulen setzen z.T. die entsprechende Religionszugehörigkeit voraus. Schließlich ist das erste Schulhalbjahr eine Probezeit, in der sich die Schüler bewähren müssen; erst nach Ablauf dieses Schulhalbjahrs werden sie endgültig zugelassen.

Ausbildungsinhalte

Im theoretischen und praktischen Unterrichts werden z.B. folgende Ausbildungsinhalte vermittelt:

- die Ermittlung des Pflegebedarf unter Berücksichtigung sachlicher, personenbezogener und situativer Erfordernisse,
- den Aufbau des menschlichen Körpers,
- den Ablauf der unterschiedlichen Körperfunktionen, etwa Schwangerschaft und Geburt,
- Krankheitsursachen und Krankheiten es bei Kindern,
- seelische Probleme als Ursache von körperlichen Reaktionen,
- Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten,
- Durchführung der Neugeborenen- und Wochenpflege,
- Besonderheiten bei der Pflege zu früh geborener, behinderter oder sterbender Kinder,
- Besonderheiten bei der Pflege auf Intensivstationen oder psychiatrischen Stationen,
- Assistenz bei Ärzten assistiert,
- Vor- und Nachbereitung von ärztlichen Maßnahmen, Operationen und Visiten,
- Patientenaufnahme, -verlegung und -entlassung
- Umgang mit Eltern oder Bezugspersonen und Besuchern,
Anleitung von kranken Kindern zur Beschäftigung oder Erledigung von Schulaufgaben
- Maßnahmen der Gesundheitsvorsorge,
- Pflege- und Befunddokumentation,
- Pflegetechniken - z.B. bei der Wundversorgung, Injektionen, Infusionen,
- spezielle Pflege von Augen, Ohren, Nase, Mund und Haut,
- Alters- und entwicklungsgerechte Durchführung von Pflegemaßnahmen
- Erstellung einer Fieberkurve,
- Blutentnahme,
- Vorbereitung von Röntgenuntersuchungen,
- Erste - Hilfe in Notfällen,
- Entwicklung und Umsetzung von Qualitätskonzepten,
- rechtliche Rahmenbestimmungen in der Kinderkrankenpflege,
- Umgang mit Krisen- und Konfliktsituationen,
- Erstellung von Pflegeplänen.

Die praktische Ausbildung erfolgt in der stationären Versorgung im allgemeiner Bereich in folgenden kurativen Gebieten:

- Chirurgie
- Innere Medizin
- Geriatrie
- Wochen- und Neugeborenenpflege
- Neurologie
- Pädiatrie
- Gynäkologie
In der ambulanten Versorgung erfolgt die praktische Ausbildung in präventiven, kurativen, rehabilitativen und palliativen Gebieten
Die praktische Ausbildung in der stationären Pflege findet im Differenzierungsbereich statt in folgenden Gebieten:
Neonatologie
Pädiatrie
Neuropädiatrie
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Kinderchirurgie

Die Ausbildungsform

Das Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege und der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege sind die Rechtsgrundlagen für die hier dargestellten Ausbildungsgänge.

Der Unterricht (der theoretische und praktische) finden in den meisten Fällen in Vollzeitform an staatlichen oder staatlich anerkannten Kinderkrankenpflegeschulen statt. Nur selten werden Ausbildungen in Teilzeitform angeboten. Die praktische Ausbildung erfolgt in den verschiedenen fachmedizinischen Abteilungen von Krankenhäusern bzw. Kliniken. Einsätze in der ambulanten Versorgung finden ergänzend statt.

Der theoretische Unterricht im Klassenverband findet entweder- und das richtet sich nach der jeweiligen Schule bzw. Ausbildungsphase - ein- bis fünfmal wöchentlich statt oder als Blockunterricht in ein- oder mehrwöchigen Unterrichtsblöcken, die sich mit dem praktischen Teil der Ausbildung abwechseln.

Der Name der Berufsfachschulen lautet üblicherweise Kinderkrankenpflegeschule, Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege, Schule für Pflegeberufe oder ähnlich. Die Schulen befinden sich meistens in Angliederung an eine Kinderklinik bzw. einem Krankenhaus mit entsprechender Fachabteilung.

In manchen Bundesländern gibt es Modellversuche von neuen Formen der Pflegeausbildung. Das sog. integrative Modell lehrt in einer Grundausbildung für Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Altenpflege einheitliche Inhalte, dann, in einem zweiten Ausbildungsabschnitt wird eine Differenzierung durchgeführt. Sog. generalistische Pflegeausbildungen decken während der gesamten Ausbildungszeit Inhalte für alle drei Berufe ab. Es ist i.d.R. notwendig, dass sich die angehenden Pflegefachkräfte bei beiden Varianten bereits am Anfang der Ausbildung für einen der Abschlüsse entscheiden. Ein Wechsel ist grds. nicht möglich. Nach dem Abschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger/in ist es möglich, in einem halbjährigen Aufbaumodul einen weiteren Abschluss als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in und/oder Altenpfleger/in zu erwerben - wenn in dem Modell vorgesehen.

Der Ausbildungsabschluss

Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung auf Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege beendet.

1. Notwendige Nachweise

Zur Abschlussprüfung wird nur zugelassen, wer regelmäßig und erfolgreich an den Ausbildungsveranstaltungen teilgenommen hat. Hierüber stellt die Schule bzw. das ausbildende Krankenhaus eine Bescheinigung aus. Dies muss bei der Anmeldung zur Prüfung eingereicht werden.

2. Notwendige Prüfungen

Die Abschlussprüfung setzt sich aus 3 Teilen zusammen: einer schriftlichen, einer mündlichen und einer praktischen Prüfung.

a) die schriftliche Prüfung

Der schriftliche Teil der Prüfung befasst sich mit folgenden Themenbereichen:

- dem Erkennen, Erfassen und Bewerten von Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen,
- der Auswahl, Durchführung und Auswertung der Pflegemaßnahmen,
- der Ausrichtung des Pflegehandelns an pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen, Qualitätskriterien, rechtlichen Rahmenbestimmungen sowie an wirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien.
Die Prüflinge müssen pro Themenbereich schriftlich gestellte Aufgaben in einer zweistündigen Aufsichtsarbeit bewältigen.

b) die mündliche Prüfung

Der mündliche Teil der Prüfung befasst sich mit folgenden Themenbereichen:

- dem fachkundigen Unterstützen, Beraten und Anleiten in gesundheits- und pflegerelevanten Fragen,
- der Entwicklung und Erlernen eines beruflichen Selbstverständnisses und der Bewältigung berufliche Anforderungen,
- der Mitwirkung bei der medizinischen Diagnostik und Therapie, der Teamarbeit.
Pro Themenbereich dauert die mündliche Prüfung 10 bis 15 Minuten.

c) die praktische Prüfung

Die praktische Prüfung bezieht sich auf die Pflege bei einer Patientengruppe von höchstens vier Kindern oder Jugendlichen. Vorgabe ist, dass sie in sechs Stunden abgeschlossen sein soll. Die Prüfungsteilnehmer müssen alle anfallenden Aufgaben einer prozessorientierten Pflege einschließlich Dokumentation und Übergabe durchführen. Im Anschluss findet ein Prüfungsgespräch statt; dort ist das Pflegehandeln zu erläutern und zu begründen.

3. Prüfungswiederholung

Ein wahrlich unerfreuliches Thema, aber dennoch hier die Informationen dazu:

Einmal kann jeder nicht bestandene Teil der schriftlichen, mündlichen oder praktischen Prüfung wiederholt werden. Die praktische Prüfung oder die gesamte Prüfung kann nur nach Teilnahme an einer weiteren Ausbildung wiederholt werden. Dabei werden die Dauer und der Inhalt der weiteren Ausbildung vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bestimmt.

4. Prüfende Stelle

Die Prüfung ist eine staatliche Prüfung. Das bedeutet, dass ein staatlicher Prüfungsausschuss die Prüfung abnimmt.

5. Erwerb von Zusatzqualifikationen

Manche Bundesländer bieten im Rahmen von Modellversuchen an, in einem Aufbaumodul zusätzlich zum Abschluss Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in den Abschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger/in und/oder Altenpfleger/in zu erwerben.
Unter gewisse Voraussetzungen ist der Erwerb der Fachhochschulreife möglich.

6. Die Abschlussbezeichnung

Die Abschlussbezeichnung lautet:

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger / Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin

Bei den Modellversuchen, die mehrere Abschlüsse erlauben, lauten die zusätzlich erreichten Berufsabschlüsse Gesundheits- und Krankenpfleger/Gesundheits- und Krankenpflegerin und/oder Altenpfleger/Altenpflegerin.

Die Finanzierung der Ausbildung

Die Ausbildung zum / zur Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger-in ist eine schulische Berufsausbildung, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Einrichtungen absolviert wird, und für die eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird.
Wenn die angehenden Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen Auszubildende in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder in Einrichtungen von Trägern, die sich an die tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, erhalten sie Ausbildungsentgelte, die sich nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) - Besonderer Teil Pflege - richten.

Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, besteht ggf. eine individuelle Förderungsmöglichkeit gemäß den Bestimmungen des BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz).

An privaten Ausbildungsstätten können Kosten für Lehrgangsgebühren entstehen oder ein Schulgelderhoben werden. Nebenkosten (z.B. für Lernmittel) fallen ebenfalls in unterschiedlicher Höhe (abhängig von der jeweiligen Schule) an.